|
|
|
Auswahlmenu
|
Die Galeriemühle in Stapelmoor wurde
1909 von dem Müller Jan Luiken ter Haseborg gebaut. Zum Bau dieser
Mühle wurde die fast hundertjährige Stapelmoorer
Ständermühle (Bockwindmühle), die auf dem Ballerschen
Grundstück am Möhlenweg stand, abgerissen. Von der Mühle
wurden die 18,5 m langen Flügel, die ehemals mit Segel bespannt waren
sowie der Steinkran, wiederverwendet. Nachdem ter Haseborg im 1.Weltkrieg
fiel, wurde die Mühle von Marikus Hemmen aus Victorbur (Aurich)
erworben. 1951 übernahm Beene Wichers den Mühlenbetrieb, dessen
Sohn Heinz Wichers noch heute der Besitzer ist. Dreistöckiger Galerieholländer
mit Windrose, Getreidemühle, Gewerbebetrieb, 3 Schrotgänge, 2 Graupengänge,
1 Mahlgang , Die Mühle wurde 2001 vollständig wieder aufgebaut. Besichtigung
nach Vereinbarung Die vier Müllerinnen sind gerne bereit, Ihnen mehr
über das Müllerhandwerk zu erzählen. Bei Voranmeldung
wird in der angrenzenden Teescheune nach Ihren
Wünschen, die Tee- oder Kaffeetafel bis zu einer Anzahl von 70 Personen
gedeckt. Für Familiefeiern können die Räumlichkeiten auch
gemietet werden. Die
Mühlengeschichte 1558 Wird von der ersten
Bockwindmühle in Stapelmoor berichtet, dass sie von einem Sturm umgeworfen
wurde. 1707 Als ein besonderes Schmuckstück wird die
zweite Ständer- oder Bockwindmühle geschildert, die auf dem Baller'schen Grundstück (heute Bernhard
Meijer, Möhlenweg 42 ) stand. Es
handelt sich um einer der wenigen Roggenmühlen in der entgegen dem ostfries. Mühlenrechts das Führen
einer Beutelkiste (Sichter) erlaubt war. Das Ostfriesische Mühlenverzeichnis von 1818 führt die Bockmühle
als Mahl- und Peldemühle an. 1707 betrieb Harm Borcherts mit
seiner Frau Elske geb. Steerenborg die Bockmühle. 1776 die Mühle wird an Sohn
Albert Harms Mülder vererbt. Er heiratete die begüterte Antje Geerds de Boer, mit
deren finanzieller Hilfe er seine beiden Brüder auszahlen konnte. An dieses
Ehepaar erinnert der Mühlen-Wappenstein mit der Jahreszahl 1777/1800 im Giebel des
Hauses, Hauptstr.61. 17-- Sohn Gerd de
Boer mit seiner Frau Nantje Sjammen übernehmen die Mühle. Er war Müller, Bauer und
Deichrichter. 17-- ‑ 1847 war Bäckermeister
Ulfert Beerends Boten Pächter dieser Mühle. 1847‑ 1853 Müller Johann G.
Müller. 1853‑ 1862 Jan M. Freesemann (Schwager
von Gerd de Boer) 1862 übereigneten Antje
Geerds de Boer und ihr Mann Jan Jans Müntinga ihren Sohn Everhard
Müntinga die Mühle. Er war verheiratet mit Aissina Spekker. 1863 Nach dem frühen Tod
ihres Sohnes Everhard Müntinga übernahmen die Eltern Müntinga die Mühle. 19-- Letzter
Müller auf der malerischen Bockwindmühle war Jan Luiken Janssen ter Haseborg. 1909 Abriss der
Bockwindmühe durch Jan Luiken Janssen ter Haseborg. 1909‑ 1911 Neubau eines
Galerieholländers am Möhlenweg 27 durch Jan Luiken Janssen ter
Haseborg, verheiratet mit Bertha Wübbelina geb. Dirks. Um
die Kosten, auch für das Wohnhaus mit Bäckerei (Möhlenweg 25),
aufbringen zu können, wurden die
Flügel, Flügelwelle, der Steinkran sowie der Beutelkasten in der alten Bockwindmühle
ausgebessert und übernommen. Der
dreistöckige Unterbau errichtete Bauunternehmer Christian Wilken,
Stapelmoor. Der
Emder Mühlenbaumeister Richard Harders setzte darauf die
Holländermühle. 1917 Jan Luiken Janssen ter Haseborg
starb im 1. Weltkrieg in der Nähe von Laan (Frankreich). Er wurde in
einem Kameradengrab auf den Soldatenfriedhof Cerny-en-Laonnois oder Vauxbuin
beigesetzt. 1919 Marikus Antoni Hemmen, aus
Fahne bei Aurich und seine Frau Harmke Gerdes Harms kauften für 18.000
Goldmark die Mühle, das Müllerhaus und die Ländereien. 1945 In den letzten Kriegstagen
nahmen zur Ems vorrückende kanadische Truppen die Mühle unter
Beschuß. Vier Treffer gingen in Kappe und Mühlenrumpf, zwei davon
durchschlugen die Flügelwelle im vorderen Bereich. 1946 Übernahm
sein Sohn Johann Hemmen mit seiner Frau Trinette geb. Busemann aus Coldam die
Mühle. Das Ehepaar zog später in die Niederlanden. 1951 Im Juni des Jahres erwarb
Beene Reemt Wichers mit seiner Frau Tieske geb. Oltrop den
Galerieholländer und 4 Ar Land für 14.000 DM. 1951 Am 1. August übernahm
sein Sohn Heinz Beene Wichers das Arbeiten auf der Mühle Stapelmoor, er
hatte zuvor schon 8 Jahre bei seinem Vater auf der Burgmühle Sterrenberg
in Weener gearbeitet. Müller
Beene Reemt Wichers pachtete die Burgmühle 18 Jahren lang (1938-1956). Die Stapelmoorer Mühle wurde teilweise
saniert. Das
Mauerwerk und die Fenster wurden ausgebessert. Kämme
und Streben ausgetauscht, ein Graupengang eingebaut. Der Blaustein für
die Verarbeitung von Weizenmehl neu "gebillt". Auch wurden zwei
Flügel die noch Segelbespannung hatten durch Jalousien ersetzt. 1953 28. Juli bestand
Heinz Wichers im Alter von 22 Jahren seine Meisterprüfung. 1956 Die Schooren müssen erneuert werden. Der
"Steert " wird durch die Windrose ersetzt. Diese Arbeiten
führte der Mühlenbauer Wurps aus Riepe durch. Die
Windrose erhielt der Müller von der Mühle Sterrenberg aus Diele
für 6000 DM. 1956‑ 1957 Das neue Müllerhaus wird gebaut und das
Grundstück um 15 Ar vergrößert. 1958 Heinz Wichers heiratet
Tetjedine geb. Bruins und macht sich in Stapelmoor sesshaft. 1959 Am 07.Juni erblickt seine erste Tochter
Anne-Else das Licht der Welt. 1962 Ein Mühlenflügel knickt ab und
stürzt herunter, Anne-Else wird knapp verfehlt. Im selben Jahr erfolgte die Reparatur. 1963 Am 10.Juli kommt die zweite Tochter zur Welt,
Johanne Otthilde. 1965 Zwei Pellgänge und ein
Weizengang werden aus der Mühle entfernt. 1969 Am 24. März kommt die dritte Tochter zur
Welt, Titia Gretchen. 1970 Am 09. September erblickt die
vierte Tochter, Wilma Theodora das Licht der Welt. 1972 Der
"Jahrhundertsturm" vom 13. November riss der Mühle Flügel
und Windrose ab und beschädigte Kappe und Galerie. Im gleichen Jahr wird
die jetzige Teescheune als "
Holzschuppen mit Viehställen " aufgebaut. 1973 Der Mahlbetrieb wird für 6000 DM auf
elektrischen Antrieb umgestellt. Ein
Jahr lang hatte Heinz Wichers das Korn mit der Kutsche nach Weener gefahren
und dort gemahlen. 1974 Die komplette Galerie stürzt unerwartet herunter.
Müller Heinz Wichers war in der
Mühle. Anne-Else spielte draußen und Karl Haan verließ kurz
vorher als Kunde die Mühle. 1978 Der Müller zieht in
Erwägung die Kappe für 10.000 DM in die Niederlande zu verkaufen. Im gleichen Jahr stirbt sein Vater
Müller Beene Reemt Wichers. Heinz
Wichers kaufte die Mühle von seiner Mutter Tieske Wichers für
20.000 DM. Zusätzlich bezahlte er
einen Erbanteil an seinem Bruder Diedrich Wichers. 1979 Eine Interessengemeinschaft
wird ins Leben gerufen. 1980 Viele große Aktionen
laufen für den Erhalt der Mühle u.a. Papiersammelaktionen,
Gewinnspiele auf der Ostfrieslandschau. 1981 Die Finanzierungskosten von
120.000 DM sind unter der Regie von Stadtdirektor
Peter Teichmann gesichert. Im Mai beginnt Mühlenbauer Mönck aus
Großefehn mit der Restaurierung. Bauunternehmer Freerk Röskens übernimmt zum Teil die
Renovierungsarbeiten an Kappe und Achtkant. 1982 Eine Gruppe von
Freiwilligen unterstützen die Malerarbeiten innen und außen, sowie
den kompletten Flügelanstrich. Am niedersächsischen Mühlentag strahlte die Mühle im neuen Glanze und
erfreute viele Besucher. 1989 Am 14. Juli lädt die
Interessengemeinschaft Stapelmoorer Park mit der Müllerfamilie zum 80. Geburtstag der
Mühle ein. Im
September wird der Weg zur Mühle und um die Mühle neu gestaltet. Mühlenflügel
auf Trauerstellung. Harmke Hemmen stirbt im Alter von 98 Jahren. 1991 Am 23.12. stirbt Tieske Wichers geb. Oltrop im
Alter von 92 Jahren. 1995 Die Stadt Weener hat aus eigenen Mitteln rund
20.000 DM in den Stapelmoorer
Galerieholländer investiert. Damit wurden Schutzgeländer, Stützen
und der Bodenbelag der Galerie teilweise erneuert. Für
das kommende Jahr sind noch weitere Unterhaltungsarbeiten geplant. Es geht um die Erneuerung der einliegenden
Hölzer der Mühlenflügel, eine
Verstärkung der Mauerwerksauflagerpunkte der tragenden Holzbalkenkonstruktion
im Bereich der einzelnen Stockwerke an der Westseite und ein kompletter Mühlenanstrich. 1996 19. April startet in Hahnentange die 1. Freizeitmüllerausbildung
der VHS-Leer, an welcher die vier Wichersschwestern und zwei Schwiegersöhne
teilnehmen. 1997 12. Mai stirbt Ehefrau
Tetjedine Wichers geb. Bruins. Am
15. November bestehen Anne-Else,
Johanne, Titia und Wilma Wichers, sowie Jan Meints und Hermann Plock die Freizeitmüllerausbildung. 1999 13. Januar, die
reparaturbedürftigen Flügel und Kappe werden abmontiert. 2001 Von Februar bis Juli
erhält die Mühle von der Firma Hass, Norden eine neue Kappe sowie neue Flügel. Sanierungskosten
430.000 DM. 2005 Die Galerie der Mühle
ist baufällig und darf nicht mehr betreten werden. 2007 Die Stadt Weener
bemüht sich um Fördermittel. 2009 Am 20. und 21 Juni -
Mühlenfest zum 100 jährigem Bestehen. Das
Rheiderländer Mühlenbrot -Proiekt wird ins Leben gerufen. 2009 Am 05. Oktober stirbt
der Müllermeister Herr Heinz Beene Wichers im Alter von 78 Jahren. Er
stirbt einen Tag vor seinem Geburtstag, genauso wie vorher auch sein Vater
einen Tag vor seinem Ehrentag verstarb. |
|
|
|